Dienstag, 22. Juni 2010

Die hohe Kunst : Sich mit schmerzhaften Veränderungen zu versöhnen...

Wenn sich Zeiten, Menschen und Umstände ändern...

Liebe Leser,

heute schreibe ich nur privat und nur von mir. Ich denke, wir sollen alle versuchen Kraft aus unserer Vergangenheit zu holen um  auf uns noch zukommenden schweren Zeiten einfacher und zumindest seelisch unbeschadet zu überstehen. Es müssen nicht zwingend schöne Kindheitserinnerungen sein.. Schauen doch Sie mal einfach zurück.. Ich bin sicher, jeder von uns hat etwas schönes in der Vergangenheit, der uns bei der Rückbetrachtung  noch immer wohlfühlen lässt. Seien Sie mutig, suchen Sie danach und wundern Sie sich, welche Schätze Sie schon vergraben oder vergessen haben?

Eigene Kraftquellen erschaffen ist für jeden möglich. Sie müssen keine riesen Quellen sein.. Auch eine Kerze erhellt seine Umgebung. Manchmal kann sie sogar heimeliger wärmen als strahlender Sonnenschein!

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Kindheitserinnerungen- Meine erste Istanbulreise(Anfang 1960)

Ich höre gerade wieder Musik, entspanne und träume von Istanbul der 60er.

Was mache ich sonst, während ich Musik höre?

Mich daran erinnern wie es bei meinem ersten -besuch als fünfeinhalb Jährige dort war.. Ich dachte damals , ich wäre in die Zukunft verreist.. So beeindruckte mich diese einmalige Stadt mit ihren einmaligen Charme. Ich erfuhr das erste Mal von elektrischen Strom, entdeckte erstaunt Vanille Eis, trank das erste Mal industriell hergestellten Orangensaft- nicht frisch gepresst vom Garten, wie ich es bis dahin nur kannte.

Ich bewunderte den mir unbekannten Duft vom Weißbrot, der nicht so dünn war wie unsere gewohnten Fladenbrote. Meine Eltern stellten mir das neue Brot als Marktbrot vor.. Unser Brot wurde immer in größeren Mengen von Müttern im Ort gemeinschaftlich für alle Familien fertig gestellt. Solche tage waren für uns Kinder wie Festtage, die wir sehr genossen haben. Sie wurden auf Vorrat vorbereitet und mussten vor dem essen erst kurz angefeuchtet werden.

Ich verliebte mich in die beleuchteten Straßen und dachte verschämt an unserer kleinen Öllampe zu Hause, die nur gelbliches Licht hatte. Ich sah nur elegante Menschen überall. Davor kannte ich nur meine Eltern als elegante Personen in der kleinen Ortschaft in der wir im Süden der Türkei wohnten. Meine Mutter wurde von allen bewundert, weil sie ihre modernen Kleider selbst nähte und immer wert auf gute Kleidung legte. Sie wurde oft als Beraterin bei Hochzeiten gebeten, die Bräute anzukleiden, zu schminken und zu frisieren.. Plötzlich waren wir einer unter Vielen und niemand bemerkte, dass meine Eltern elegant und ich so schnuckelig angezogen war. Niemand sagte zu mir; Du hast aber schöne Kleider an, du siehst aus wie eine Puppe..“ Wir waren normal und nichts besonderes..

Ich träume/meditiere jetzt weiter und grüße euch alle herzlich aus Südamerika ..

Tedora




Öllampe - Gazlambası
Quelle




Türkisches Hausbrot/ Yufka
Quelle


Türkisches Eis aus Maraş - Dondurma


Uns als Schlußwort ein Bild aus Istanbul.. 30.05.2010
-Lasst uns gemeinsam Werte erhalten, die historischen und die moralischen-